Donnerstag, 29. Dezember 2011

Landeshymne

von Indien;

Den Text verfasste und vertonte Indiens grosser, seinerseits auch in Deutschland vielgelesener  Dichter Rabindranath Tagore (1861-1941). Das Lied, das in Bengali geschrieben ist, wurde 1921 erstmals publiziert und
am 24. Januar 1950 von der verfassunggebenden Versammlung als Nationalhymne angenommen.


Der du die Herzen der Völker durchwaltest und unsres
                                                         Landes Schicksal gestaltest,
Panjab und Orissa, das Land der Gujraten, Bengalen, der
                                                         Süden, das Reich der Marathen,
Himalaya, Vindhya, die heiligen Quellen von Jamna und
                                                         Ganga, des Ozeans Wellen
Erwachen bei deinem Namen, dem hehren, nach deiner
                                                         Gnade sie flehend begehren
Und singen Lieder zu deinen Ehren, der du zum Segen
                                                         der Völker waltest
Und unsres Landes Schicksal gestaltest. Heil dir, Heil dir,
                                                         dir sei Heil!

 















Jana gana mana adhinãyaka, jaya hé
Bhãrata bhãgya vidhãtã.
Panjãba Sindhu Gujrãta Mahãrãtã
Drãvida Urkala Banga
Vindhya Himãchala Yamunã Gangã
Uch'hala jaladhi taragã.
Tava shubha nãmé jagé,
Tava shubha ãsisha mãgé,
Gãhé tava jaya gãthã.
Jana gana mangala dãyaka, jaya hé
Bhãrata bhãgya vidhãtã.
 Jaya hé, jaya hé, jaya hé,
 jaya, jaya, jaya, jaya hé.

Montag, 26. Dezember 2011

Warum ist ein Europär am Abend erschöpft?

Aus einem Gespräch zwischen einem Inder und einem Europäer;

Andächtig sitzt Kamal ein Inder am Tisch und faltet in indischer Gemütlichkeit ein Seidentuch zusammen, um es dann sorgfältig in eine Kiste zu legen. Er fragt; "warum sind alle Europär so müde, wenn sie von der Arbeit kommen? Ein Freund von mir, der in Frankreich war, hat mir dies erzählt, am Abend seien alle so erschöpft."
"Na ja, also...", wie erklärt man einem Inder, was Arbeiten in Europa bedeutet?
"Kamal, du verpackst Pakete für den Export?" Er nicht und lächelt stolz, während er über das soeben in die Schachtel gelegte Tuch streicht, es dann wieder herausnimmt und neu faltet, um es diesmal anders hineinzulegen. "Ja, und"?
"Wie viele Bestellungen hast du heute schon erledigt?"
Kamal schaut prüfend auf die fünf halbleeren Kisten am Boden, die neben Bergen von Seidentüchern in vielen leuchtenden Farben stehen. "Wie du siehst, bin ich mit den Paketen noch nicht fertig. Ich muss alle Tücher genau aussuchen und die Bestellung richtig zusammenstellen. Das braucht Zeit!"
"Ja sicher, aber du bist schon den ganzen Morgen und Mittag am Arbeiten. Ich meine, in Europa würdest du diese 5 Pakete in einer Stunde fix und fertig ordentlich zusammengeschnürt und adressiert bereitstellen, um in den nächsten sieben Stunden weitere 5 Pakete pro Stunde fertigzustellen. Weisst du, was ich meine?"
"Ja, aber das ist unmöglich!" Kamal verwirft die Hände und gestikuliert in der Luft herum. "Du siehst doch selber, dass das unmöglich ist!"
"In Europa wäre es möglich","du müsstest dich einfach anders organisieren, ein Konzept haben und dann konzentriert arbeiten. Wenn du willst, mache ich es dir vor."
"Nein, nein" winkt Kamal ab. "Ich verstehe schon. Aber was machst du, wenn jemand vorbeikommt, um Tee mit dir zu trinken? Ich meine, ich kann ihnen doch nicht einfach sagen: liebe Freunde, es gibt heute keinen Tee, ich muss 5 Pakete in einer Stunde verpacken!" Kamal schaut mit hochgezogener Augenbraue auf.
"In Europa trinkt man keinen Tee, wenn man arbeitet."
"Keinen Tee, niemand kommt vorbei?"
"Nein, niemand!"
Kopfschüttend blickt Kamal ins Leere und sagt nach einer Weile:"Jetzt verstehe ich, weshalb alle Europäer am Abend müde sind."

Danke Katrin Staub, für deine wundervolle Erzählung, sie hat mich gerade mitten ins Zentrum und indische Treiben von Calangute/GOA entführt!

Aus dem Globetrotter-Magazin Nr.100, Winter 2012/ Seite 102-103, In Indien geht die Post ab.
Text: Katrin Staub